Zitate
»Partei« nennen manche Wortführer einen isolierten Desperationsstandpunkt, auf welchen nur sie allein durch Zufall, Ungunst des Geschicks oder ein Übernehmen ihrer Kräfte geraten sind.
Karl Ferdinand Gutzkow
Brach dir am Wagen deines Lebens ein Rad, ei, so flechte die Stücke auf den Giebel deines Hauses und laß – die Störche drin nisten!
Karl Ferdinand Gutzkow
Ein einziger wüster und ebenso ein einziger edler Ausdruck ist nicht, wie es scheint, die Frucht einiger Augenblicke, sondern ein ganzes Stück Geistes- und Herzensleben.
Josef Holl
Daß man beten soll, ist vorzugsweise dem gesagt, der nicht weiß, wie er es anzufangen hat, sich irgendwie gegenständlich zu machen.
Karl Ferdinand Gutzkow
Naht dir ein Mensch mit rußigem Gesicht, mit schwieligen und arbeitsstarken Händen, von dem darfst du dich nicht verachtend wenden, denn Arbeit, Freund, die schändet nicht.
Caroline von Böhmer-Schlegel-Schelling
Es gibt Pseudo-Genies, deren einziges Genie die Ungeniertheit ist.
Carl Ludwig Schleich
Wenn doch auch die Vernunft ansteckend wäre!
Peter Hille
Das Gefühl, im Leben so viele Umwege gemacht, so viele nutzlosen Dinge verfolgt, so viele verfehlten Absichten und Zwecke betrieben zu haben, ist wohl am Abend unserer Tage eines der allerschmerzlichsten, die uns heimsuchen können. Und dennoch liegt auch in ihm, sinnt man ihm nur tiefer nach, eine trostreiche Verheißung.
Karl Ferdinand Gutzkow
Forum des Weibes Frauen, richtet mir nie des Mannes einzelne Taten, Aber über den Mann sprechet das richtende Wort.
Friedrich von Schiller
Selbst ein makelloses Leben ändert Die ew'gen Folgen eines Frevels nicht.
Friedrich Ludwig Zacharias Werner
Die Einbildungskraft der Menschen wirkt niemals stärker und eigenwilliger als im Traum.
Denis Diderot
Ich bin ein wirklich bescheidener Mann, Den Selbstlob selbst würde kränken, – Daß ich mir etwas nicht denken kann, Das kann ich mir nicht denken.
Julius Stettenheim
"Er wirft den Kopf zurück und spricht: ""Wohin ich blicke, Lump und Wicht!"" Doch in den Spiegel blickt er nicht."
Julius Sturm
Wo sich das Mitleid einschleicht, ist bis zur Liebe nur noch ein Schritt.
Julius Waldemar Grosse
Was gefordert werden muß, ist die Anerkennung, daß an sich jede rechtschaffene Arbeit Ehre verdient, daß jene für niemand eine Schande ist, und daß in allen Berufskreisen die Ehre der Arbeit den Menschen mehr ehrt als die Ehre des Standes
Jürgen Bona Meyer
Es ist etwas Schönes um eine Stimme, die wie Musik klingt. Hüte dich aber vor Menschen, die dieses Instrument mit bewußter Künstlerschaft verwenden. Es sind durchweg berechnende Schauspieler der Lebensbühne.
Otto von Leixner
Reden ist Schweigen, Silber ist Gold.
Kalenderspruch
Wie in der Ehe, so ist auch in der Freundschaft immer ein Teil der tätige, der andere mehr helfend und leidend. – Einklang ist in dieser Ehe der Seelen weder angenehm noch nützlich. Konsone Töne müssen es sein, welche die Melodie des Lebens und Genusses geben, nicht unisono, so verliert sich die Freundschaft bald in bloße Geselligkeit.
Johann Gottfried von Herder
Der Krieg ist in Wahrheit eine Krankheit, wo die Säfte, die zur Gesundheit und Erhaltung dienen, nur verwendet werden, um ein Fremdes, der Natur Ungemäßes, zu nähren.
Johann Wolfgang von Goethe
Und wäre nicht das Tröpflein Liebe, Das Leben wär' nicht Lebens wert.
Karl Egon Ritter von Ebert
Ein Bußgeld für jeden, der sich Gedanken über das Leben macht. Laßt doch das Leben endlich in Ruhe!
Jules Renard
Seit jener Zeit, in welcher Tacitus ihn den Schandtaten der Kaiser Beifall klatschen sah, ist der gemeine Pöbel nicht anders geworden.
Louis Adolphe Thiers
Wodurch die Menschen in die größten Ungewißheiten und Zweifel kommen, das sind die Ähnlichkeiten der Dinge.
Lü Bu We
Niemand kann auf Erden Glück finden in den gegebenen Verhältnissen, der nicht Mut, Geduld, Besonnenheit und Milde mitbringt zum Überwinden der Leiden.
Julie Burow
Wenn viele beisammen sind, schwatzen sie, zwei reden, der Einsame denkt.
Peter Sirius
Eine Besserung der deutschen Zustände ist nur möglich, wenn alles auf Charakterbildung gegründet wird. Das ist der Gipfelpunkt des weltgeschichtlichen Berufes der Deutschen.
Julius Langbehn
Solang du schimpfst und tobst und bellst, Bleibst du dem Volk erfreulich. Doch wenn du einfach Recht behältst, Finden sie's unverzeihlich.
Paul Heyse
Wer hastig alles glaubt, was ein Verleumder spricht, ist Dummkopf oder Bösewicht.
Johann Heinrich Voß
Wo nichts mehr erlöst, da erlöst die Liebe.
Julius Rodenberg
Eigennützigkeit ist in allen ihren Spielarten etwas Niederträchtiges. Sie ist die Klugheit der Ratten, die bestimmt ein Haus kurz vor seinem Einsturz verlassen; sie ist die Klugheit des Fuchses, der den Dachs vertreibt, der für ihn gegraben und seine Wohnstatt bereitet hat, sie ist die Klugheit der Krokodile, die Tränen vergießen, wenn sie einen verschlingen.
Sir Francis von Verulam Bacon
Die einzige Schule einer edleren moralischen Gesinnung ist der Verkehr zwischen Gleichstehenden.
John Stuart Mill
Die ungebildete Masse ist in Dingen des Verstandes schwerfällig und scheu und möchte, daß man sie gut regiert; aber wenn die Regierung ihr Schaden zufügt, schüttelt sie diese ab und regiert selbst.
José Martí
Gutes für die Menschen? Was heißt Gutes? Nur eins: Liebe.
Leo Tolstoi
Kein Mensch soll glauben, daß ihn jemand liebt, wenn er niemand liebt.
Epiktet
Nein! wie die Sterblichen doch die Götter beschuldigen! Denn von uns her, sagen sie, sei das Schlimme! und schaffen doch auch selbst durch eigne Freveltaten, über ihr Teil hinaus, sich Schmerzen!
Homer
Andre haben andre Schwingen, Aber wir, mein fröhlich Herz, Wollen grad hinauf uns singen, Aus dem Frühling himmelwärts!
Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff
Wer durch keine Schwächen gefesselt ist, wer durch die Welt geht als einer, der nicht von dieser Welt ist, wer mit ruhigem Geist, mit Freiheit und Selbständigkeit an allem Anteil nimmt, wer alles hingibt, und alles annimmt, alles verwertet und alles genießt, nichts verlangt und durch nichts verletzt wird – den ehren alle Wesen, den segnen alle Menschen.
Edward Carpenter
Habt ihr euch auf ein neues Jahr gefreut, die Zukunft preisend mit beredtem Munde? Es rollt heran und schleudert, o wie weit! Euch rückwärts. – Ihr versinkt im alten Schlunde.
Gottfried Keller
Die Sympathie ist das Vermögen, an den Gefühlen der lebendigen Wesen teilzunehmen; wir werden, wenn wir sie zerstören, hart und grausam.
John Ruskin
Sterne hoch die Kreise schlingen, aus des Schnees Einsamkeit steigst's wie wunderbares Singen - O du gnadenreiche Zeit.
Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff
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