Zitate
Geist ist nicht so selten wie Menschen, die sich ihres Geistes zu bedienen wissen oder den der anderen zur Geltung zu bringen und fruchtbar zu machen verstehen.
Jean de La Bruyère
Ein konfiszierter widriger Kerl, als hätt' ihn irgend ein Schleichhändler in die Welt meines Herrgotts hineingeschachert.
Friedrich von Schiller
Komplimente sind wie Münzen, deren innerer Wert nie dem Stammwerte gleich ist.
Karl Julius Weber
Es sind nun zwar die menschlichen Angelegenheiten keines ernsten Strebens wert, aber es ist doch notwendig mit Ernst sie zu betreiben.
Platon
Die Illusionen verlassen nur langsam in einzelnen Tropfen das Herz.
Johann Nepomuk Nestroy
Die Kalendermacher machen die Kalender, aber Gott macht das Wetter.
Julius Wilhelm Zincgref
Die Welt ist gleich unschuldig, wenn du sie für schöner, als wenn du sie für häßlicher hältst, als sie ist. Nimm sie für das, was sie ist.
Christoph Martin Wieland
An den Scheidewegen des Lebens ist die erste keine Pflicht, die sich zeigt, gewöhnlich ein Wegweiser.
Lewell
Die Menschheit wird sich selber nicht entrinnen, Denn ob sie scheinbar auch nach außen leiten: Die Fäden führen doch zuletzt nach innen.
Ferdinand von Saar
Die Linke soll nicht wissen, was die Rechte tut; es weiß aber auch die Rechte nicht, was die Linke tut, und das wird nämlich am sichersten dadurch erzweckt, wenn beide Teile gar nichts tun.
Johann Nepomuk Nestroy
Kummer eines Tages macht alt für ein Jahr.
Karl Julius Weber
Betrug is freilich gemein, aber es heißt ja per nefas (mit Unrecht), und aufs per nefas versteh'n sich die anständigen Leut'.
Johann Nepomuk Nestroy
Der Maler hat es mit dem Anstreicher gemeinsam, daß er sich die Hände schmutzig macht. Eben dies unterscheidet den Schriftsteller vom Journalisten.
Karl Kraus
Frauen, richtet nur nie des Mannes einzelne Taten; aber über den Mann sprechet das richtende Wort!
Friedrich von Schiller
Der Haß ist ein Verwüster.
Georg Moritz Ebers
Da haben wirs; wenn ein'n wer verrat, so kann man pariern drauf, es is ein guter Freund.
Johann Nepomuk Nestroy
Das is die unerschöpfliche Diplomatensprach; so oft s' a alts Recht verdrahn, erfinden's einen neuen Ausdruck dafür.
Johann Nepomuk Nestroy
Durch das Wissen anderer mags sein, daß wir gelehrter werden, weiser aber gewiß nicht anders als durch unsere eigene Weisheit.
Michel de Montaigne
Das Maßnehmen is das, was den Schneider über tausende seiner Mitmenschen erhebt; der Schneider bemißt das früher, was er ins Werk setzen will; das sollen viele große Männer lernen, solang s' noch klein sind, denn natürlich, als so großer lernt man nix mehr; was groß is, is ung'schickt.
Johann Nepomuk Nestroy
Einer schlechten Sache müssen ihre Gegner nur unbegrenzten Spielraum lassen, sich selbst zugrunde zu richten.
Richard Rothe
Wo das Ich aufhört, da liegen gewöhnlich auch die Grenzen unserer Tugenden.
Johann Jakob Mohr
Es rächt sich früher oder später, was man mit halber Wahrheit oder mit Widerspruch in der Seele unternimmt.
Sophie Verena
Stärker jeden Morgen, bescheidener jeden Abend!
Johann Kaspar Lavater
Die höchste Aufgabe aller Philosophie und Theologie besteht in den drei Fragen: Was ist Gott? Was bin ich? Wie werden diese zwei eins?
Johann Michael Sailer
Die Schuld an dem größten Teile des menschlichen Unglücks und Elends trägt die Liebe. Ihre Leiden sind unendlich an Mannigfaltigkeit, unbeschreiblich an Tiefe.
Peter Rosegger
Wer einsam ist, der hat es gut, Weil keiner da, der ihm was tut.
Wilhelm Busch
Auch kundig schweige.
Solon
Unsere Sprache ist entweder mechanisch, atomistisch oder dynamisch. Die echt poetische Sprache soll aber organisch, lebendig sein. Wie oft fühlt man die Armut an Worten, um mehrere Ideen mit einem Schlage zu treffen.
Novalis
Wahre Sittlichkeit steht unter dem Schutze der Selbstachtung. Unser Betragen steht dagegen unter dem Schutze der Verehrung und Achtung anderer.
Heinrich Martin
Für die Jugend ist das Beste gut genug.
Karl Wilhelm Eduard Mager
Bei Opern macht oft gleichen Kummer Das Tonwerk wie das Textgedicht: Die Dichtung reizt die Lust zum Schlummer, Doch die Musik erlaubt ihn nicht.
Oscar Blumenthal
Die Aufklärung, die nicht auf sittliche Vervollkommnung, sondern auf die Vervollkommnung des sinnlichen und sittlichen Genusses wirkt, ist dem Geist der wahren Religion und dem Glück der Menschen zuwider.
Johann Heinrich Jung-Stilling
Wer offen ist, hegt kein Arges.
Arthur Schopenhauer
Du wirst immer finden, daß, wer viel in Not und Sorgen war, gemeiniglich mehr ist, mehr kann und mehr wird als die guten Hansen ohne Sorgen.
Johann Heinrich Pestalozzi
Was die »Lebensblinden« Schicksal nennen, ist nichts als unverstandene Wirklichkeit, die ihren Ursprung in ihrem eigenen Inneren hat.
Ralph Waldo Emerson
Im großen Gedanken, daß wir Gottes Kinder sind, liegt die Quelle des Brudersinns der Menschheit.
Johann Heinrich Pestalozzi
Das allgemeine Wahlsystem in einem gleichgültigen Land läuft immer darauf hinaus, die Macht in die Hände deklassierter Schwätzer zu legen.
Hippolyte Taine
Unmögliches wird möglich, Wenn es an Mut nicht fehlt.
Elisabeth Kulmann
Egoismus ist Verrücktheit. Verrücktheit ist Egoismus.
Leo Tolstoi
Just ging ein Glück vorüber, als ich schlief, Und wie ich träumte, hört ich nicht: Es rief.
Rainer Maria Rilke
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