Zitate
Man sieht es alle Tage, daß die Menschen den, der sie liebt oder ihnen gar Wohltaten erweist, hassen und fliehen.
Giacomo Graf Leopardi
Rechtsfrage: Wenn einer sich erhungert, nicht aus Widerwillen gegen die Speisen, sondern weil er keine hat, und weil er so wenig stehlen und rauben will, als den Bettler machen mag: ist er dann ein Selbstmörder? Die Frage ist nicht unwichtig für einen Mann von Genie, der gar leicht in eine solche Situation geraten kann.
Friedrich Hebbel
Der Mensch aber kann nicht ruhen, er will immer noch was anders.
Johann Wolfgang von Goethe
Wenn sich zwischen zwei Menschen beim Zusammenleben kein gedeihliches Verhältnis entwickelt, so sind stets beide Teile und nicht bloß einer daran schuld.
Karl Detlef
Die empirisch-sittliche Welt besteht größtenteils nur aus bösem Willen und Neid.
Johann Wolfgang von Goethe
Die Kunst gibt sich selbst Gesetze und gebietet der Zeit: der Dilettantismus folgt der Neigung der Zeit.
Johann Wolfgang von Goethe
Nachtigall In dir singen Erde und Himmel Und sind Frühling.
Peter Hille
Ein jeglicher, gut oder böse, nimmt Sich seinen Lohn mit seiner Tat hinweg. Es erbt der Eltern Segen, nicht ihr Fluch.
Johann Wolfgang von Goethe
Ein verständiger Mensch ist viel für sich, aber fürs Ganze ist er wenig.
Johann Wolfgang von Goethe
Eine Romanze ist kein Prozeß, wo ein Definitivurteil sein muß.
Johann Wolfgang von Goethe
Der Bauern Schalkheit und Gottes Barmherzigkeit dauern alle Zeit.
Alter Spruch
Charakter ist eigentlich vor aller Gewöhnung und Gewohnheit.
Johann Wolfgang von Goethe
Hattest du dann recht, wenn dir der Ausgang recht gibt?
Gotthold Ephraim Lessing
Das Leben ist den Sibyllinischen Büchern ganz gleich: je knapper, umso teurer.
Johann Wolfgang von Goethe
Anatomisch genommen lieben wir nicht mit dem Herzen, sondern eben so, wie wir denken, nur mit dem Kopf. Darum sollte man nur da von einem »gebrochenen Herzen« sprechen, wo bereits die Saiten der Vernunft gerissen sind und der Geist sich in dunklen Wahn verhüllte.
Karl Ferdinand Gutzkow
Selbstbeherrschung ist der erste Schritt zur Beherrschung anderer.
Arthur Stahl
Das Unzulängliche ist produktiv. Ich schrieb meine Iphigenia aus einem Studium der griechischen Sachen, das aber unzulänglich war. Wenn es erschöpfend gewesen wäre, so wäre das Stück ungeschrieben geblieben.
Johann Wolfgang von Goethe
Nichts ist göttlich, als was vernünftig ist.
Immanuel Kant
Der Glaube ist ein großes Gefühl von Sicherheit für die Gegenwart und die Zukunft, und diese Sicherheit entspringt aus dem Vertrauen, auf ein übergroßes, übermächtiges, unerforschliches Wesen. Auf die Unerschütterlichkeit dieses Glaubens kommt alles an.
Johann Wolfgang von Goethe
Der an Zufall glaubt, leugnet den ursächlichen Zusammenhang aller Geschehnisse, die einem ewigen Willen gehorchend nach ewigen Gesetzen sich vollziehen.
Caesar Ernst Albrecht Krause
Sehr viel, aber nichts gründlich gelernt, darin besteht die Genialität; und jetzt kann ich mir's erklären, warum's so viele Genies gibt.
Johann Nepomuk Nestroy
Wenn der Zufall nicht wär', wie viel gelinget denn in der Welt? Der Zufall ist die Muttermilch, an der sich jeder Plan vollsaugen muß, wenn er zum kräftigen Erfolg heranreifen soll.
Johann Nepomuk Nestroy
Ohne Dornenhecken rechts und links würden wir nicht auf dem Weg zum Himmel bleiben.
Richard Baxter
Vor dem Glücklichen her tritt Phöbus, der pythische Sieger, Und der die Herzen bezwingt, Amor, der lächelnde Gott.
Friedrich von Schiller
Heiraten heißt für eine Frau soviel wie im Winter ins Wasser springen: Hat sie's einmal getan - dann denkt sie ihr Lebtag daran.
Maxim Gorki
Die Zeichnung ist die Seele der Kunst.
William Etty
Wie nennt man alles Erschaffene mit einem Namen? – Man nennt es Natur, und deswegen kann es auch keine Kunst gewesen sein, alles zu erschaffen, denn wenn es ein Kunstwerk wär', so wär' es keine Natur!
Johann Nepomuk Nestroy
Wissen's eigentlich, was ein Wachmann ist? – Ein in Tuch gehülltes Abführmittel.
Johann Nepomuk Nestroy
O schöner Tag, wenn endlich der Soldat Ins Leben heimkehrt, in die Menschlichkeit, Zum frohen Zug die Fahnen sich entfalten, Und heimwärts schlägt der sanfte Friedensmarsch.
Friedrich von Schiller
Der Pöbel hat keinen anderen Zweck als den: das Oberste zu unterst zu kehren; die Gleichheit ist nicht einmal ein Wahn, sondern ein Vorwand.
Paul Lanzky
Die Menschen sind schon so unsinnig, daß sie das für Wahrheit halten, worüber sie ein' Schein in Händen halten.
Johann Nepomuk Nestroy
Die Würze jeder Freude is ja die Dosis Schadenfreude, die dabei ins Spiel kommt. Hab ich ein Geld, so g'freut's mich, aber das Pikante daran is, daß andere kein Geld haben. Hab ich eine Equipage, so g'freut's mich, aber das Interessante daran is, daß andere z' Fuß gehen müssen. Hab ich eine Geliebte oder ein Weib, so g'freut's mich, aber die Pointe is doch das, wenn mich andre drum beneiden. Drum eine Geliebte, die nicht einen andern sitzen läßt wegen mir, so daß sich der andere halbtot kränkt, die könnt mich gar nicht glücklich machen.
Johann Nepomuk Nestroy
Einen Gang hat s', als wie eine Prozession die aus einer einzigen Person besteht.
Johann Nepomuk Nestroy
Es gibt einen Glauben, dessen wir zu sehr bedürfen, um ihn den Chancen eines Examens zu unterwerfen.
Johann Nepomuk Nestroy
Ein jeder gibt den Wert sich selbst.
Friedrich von Schiller
Ich hab mit der Leni ein Verhältnis g'habt, und wenn ich alles Frühere nur Amourschaften heiße, so war sie meine erste Liebe!
Johann Nepomuk Nestroy
Kleinigkeiten werden immer g'stohlen: Portemonnaies, Herzen, Silberlöffel, Couplets – es tut völlig wohl, wenn einmal etwas Großartiges passiert.
Johann Nepomuk Nestroy
"Nein, auf'm Land heraußen is's schöner, da sagen s' doch noch, wenn einer stirbt: ""Gott hat ihn zu sich genommen."" – Aber in der Stadt heißt's nur: ""Der Doktor hat ihn unter die Erd' gebracht."" … Boshafte Rasse!"
Johann Nepomuk Nestroy
Die Kunst Bücher zu schreiben ist noch nicht erfunden. Sie ist aber auf dem Punkt erfunden zu werden. Fragmente dieser Art sind literarische Sämereien. Es mag freilich manches taube Körnchen darunter sein: indessen, wenn nur einiges aufgeht!
Novalis
Bach, der von den Felsen fällt, Macht mehr Lärmen in er Welt Als der Strom, der seine Schwere Majestätisch wälzt zum Meere.
Unbekannt
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