Ich schlage eine Gewerbesteuer fürs Maulaffenfeilhalten vor. Vielleicht könnten die Hauptkonsumenten diese bittere Pille durch Verleihung des Hoflieferantentitels versüßen.
Alois Essigmann


Laßt (ihr Götter) mich nicht ein alter Polterer werden, der aus Neid die jüngeren Geister ankläfft, oder ein matter Jammermensch, der über die gute alte Zeit beständig flennt.
Heinrich Heine


Der Mensch soll nie ohne Parapluie sein, es ist die großartigste Waffe: aufgespannt ist es Schild, zugemacht ist es Schwert, und horizontal gebraucht ist es Lanze.
Johann Nepomuk Nestroy


Wer denkt – wes Volkes auch – ich will ihn Landsmann nennen! Die Wahrheit ist mein Vaterland.
Alphonse de Lamartine


Das Gefühl der Trennung bestimmt den Wert der Freundschaft.
Alter Spruch


Ehrsucht – Ehrflucht.
Alter Spruch


Wir können ebenso wenig in den Wolken wohnen wie im Deck, und es gibt keinen einzigen Grund, dem Verfliegen des Geistes vor dem Ersticken des Geistes den Vorzug zu geben.
Multatuli


Gwüß ist der Tod. Ungwüß der Tag, Die Stund auch niemand wissen mag. Drum tue Guts. Bedenk dabei, Daß jede Stund die letzte sei.
Alter Spruch


Lachen ist ein Heilmittel, dessen stillende Kraft man nicht sattsam ermißt.
Jeremias Gotthelf


Letzten Endes macht die Geschichte – oder die Evolution – sogar ihre negativen Erscheinungen im Interesse der Geisteskultur nutzbar.
Maxim Gorki


Das ist menschlich. Wir lassen gewöhnlich jemand anderen für unsere Versäumnisse büßen, wenn sich ein plausibler Grund dafür findet.
Mark Twain


Es gibt nichts ein für allemal Entscheidendes, es gibt nur Anregungen.
Paul Richard Luck


Die Phantasie ist ein ewiger Frühling.
Friedrich von Schiller


Der Schäfer leiht dem Hund keine Zähne.
Deutsches Sprichwort


Wenn der Himmel sein letztes, bestes Geschöpf aufs beste ausarbeiten will, so schaffet er nur einen zärtlicheren Mann.
Alexander Pope


Die Respektlosigkeit zu den Ahnen ist das erste Merkmal der Unsittlichkeit.
Alexander Sergejewitsch Puschkin


Wärst du ein Mann gewesen – o Gott, wie innig habe ich dies gewünscht! – wärst du ein Mann gewesen – denn eine Frau konnte meine Vertraute nicht werden –, so hätte ich diesen Freund nicht so weit zu suchen gebraucht, als jetzt.
Heinrich von Kleist


Echter Wissensdurst und Schwungkraft des Geistes sind die besten Lehrmeister gut veranlagter Naturen.
Alfred de Musset


Der Unterschied zwischen Gehorsam und Fügsamkeit ist dem jüngeren Geschlecht völlig abhanden gekommen. Gehorsam ziemt dem freien Mann und ist mit Recht von einem jeden zu fordern, der einem Gemeinwesen angehört. Aber in der Fügsamkeit liegt keine sittliche Stärke, sondern eine Schwäche.
Alfred Wilhelm Dove


Fast alles Erziehen ist von Übel. Das Beispiel ist die große Lehrmeisterin.
Hermann Heiberg


Die frühere Grausamkeit tendiert heute, durch die List ersetzt zu werden, und viele Soziologen meinen, daß das ein ernsthafter Fortschritt sei; einige Philosophen dagegen, deren Gewohnheit es nicht ist, den Meinungen der Herde zu folgen, vermögen eben nicht recht einzusehen, inwiefern das ein Fortschritt in moralischer Hinsicht sein sollte.
Georges Sorel


Der Zorn eines Menschen läßt sich besser aus seinen Kämpfen erschließen als aus seinen Worten.
Lü Bu We


Das Gesetz läßt sich definieren als die Vereinigung der Einsichtigen und Weitsichtigen gegen die Kurzsichtigen. Erstere müssen die letzteren zu dem zwingen, was ihr eigenes Interesse mit sich bringt. Nicht etwa ihretwegen, um sie gegen ihren Willen glücklich zu machen, sondern im Interesse der Gesamtheit. Das Gesetz ist die unentbehrlichste Waffe der Intelligenz im Kampfe mit der Dummheit.
Rudolf von Jhering


Was uns aus Kinderaugen oft so ahnungsvoll und wie unerschöpflich ansieht, spricht zwanzig Jahre später nur von versteinerten Träumen, verdorrten Schößlingen, verschütteten Brunnen, und schämt sich, daß es noch zuweilen verstohlen, wie ein Karfunkel im Düstern, aufleuchtet; aus dem holden Menschen »Kind« ist die Nutzpflanze »Mann« oder das Gänseblümchen »Frau« geworden.
Adolf von Wilbrandt


Geistige Zuckerbäcker liefern kandierte Lesefrüchte.
Karl Kraus


Glück ist ein Entschluß.
René Descartes


Es steht nicht immer in unsrer Willkür, geliebt, aber es hängt immer von uns ab, nicht verachtet zu werden.
Adolph Freiherr von Knigge


Es gibt freigebige Naturen, die mit dem Gelde um sich werfen, wenn es verdoppelt zurückkommen muß: es sind ökonomische Verschwender.
Emanuel Wertheimer


Dem Auge des »unzünftigen Politikers« erscheint jeder einzelne Schachzug im Spiel wie das Ende der Partie.
Otto Eduard Leopold Fürst von Bismarck


Nicht die Stärke, sondern die Dauer der hohen Empfindung macht die hohen Menschen.
Friedrich Wilhelm Nietzsche


O Weihnacht! Weihnacht! Höchste Feier! Wir fassen ihre Wonne nicht. Sie hüllt in ihre Heil'gen Schleier das seligste Geheimnis dicht.
Nikolaus Lenau


Es ist aber solches Tanzen und Lust darzu nichts anders als eine Anzeigung äußerster Leichtfertigkeit, Zunder zu aller Üppigkeit, Reizung zur Unzucht, der Schamhaftigkeit zuwider, Ehrbarkeit abhold etc.…
Abraham a Sancta Clara


Man hat den Verstand verloren, wenn man nicht mehr hofft, bei andern welchen zu finden.
François VI. Duc de La Rochefoucauld


Der Egoist Tiefsinnig untersucht der Mann, Warum sein Ich was wissen kann? Viel nützlicher wär' ihm sein Fleiß, Fragt' er sich, ob sein Ich was weiß.
Abraham Gotthelf Kästner


Pracht, Reichtum, eitle Lust kann sie nicht gewähren: Was gibt die Wissenschaft uns? Den Geist, das zu entbehren.
Abraham Gotthelf Kästner


Ich liebe einen Weg, der meinem gleicht.
Friedrich von Schiller


Religion ist die Unfähigkeit des menschlichen Verstandes, Ereignissen ins Gesicht zu sehen, die er nicht versteht.
Karl Marx


Es ist eigentlich eine Ungerechtigkeit, daß der Dichter nicht – gleich dem Musiker – den Teilen seiner Werke hinzufügen darf, in welchem Tempo er sie genommen wissen will.
Christian Morgenstern


Lieben heißt, nur um eines einzigen Menschen willen auf Erden sein.
Karl Ferdinand Gutzkow


Wir müssen glauben, daß alles eine Ursache habe, so wie die Spinne ihr Netz spinnt, um Fliegen zu fangen. Sie tut dieses, ehe sie weiß, daß es Fliegen in der Welt gibt.
Georg Christoph Lichtenberg