Zitate
Wir sollten fragen, welcher der nützlichere, nicht wer der gelehrtere Gelehrte wäre. Wir arbeiten nur darauf, das Gedächtnis vollzupfropfen und lassen Verstand und Gewissen leer.
Michel de Montaigne
Während dem gewöhnlichen Menschen sein Erkenntnißvermögen die Laterne ist, die seinen Weg beleuchtet, ist es dem Genialen die Sonne, welche die Welt offenbar macht.
Arthur Schopenhauer
Wenn dich der Egoismus ganz erfüllt und gefasst hat, sei es als Freude, als Triumph, als Begier, als Hoffnung, oder als wütender Schmerz, als Ärger, als Zorn, als Furcht, als Misstrauen, als Eifer jeder Art; so bist du in des Teufels Klauen, und wie ist einerlei. – Dass du eilest herauszukommen, tut not, und wie ist wieder einerlei.
Arthur Schopenhauer
In jeder Zeit sind die Biographien großer Männer reich an Lehren, zu jeder Zeit mächtige Antriebe gewesen. Zu jeder Zeit sind sie als Rüstkammer betrachtet worden für die Waffen, mit denen große Schlachten geschlagen werden.
George Henry Lewes
Was irgend jemandem heilig ist, hat man doppelt zu schonen, da es für so wenige Menschen irgend etwas Heiliges gibt.
Christian Gottfried Körner
Wer möchte sagen, was von den ersten Eindrücken bestimmend auf die Entwicklung des Menschen wirkt? Der Charakter vielleicht ist angeboren, aber die ganze Richtung des Geschmacks wird wahrscheinlich bei weitem öfter durch jene ersten Eindrücke bestimmt, als man glaubt. Und zwar durch jene unbewußten Anschauungen, während der Begriff sich erst viele Jahre später dazu fügt.
Arthur Stahl
Die Großmut ist durch ihren Namen genügend definiert; trotzdem kann man sagen, daß dies der gesunde Verstand des Stolzes und der edelste Weg ist, um Lob zu erwirken.
François VI. Duc de La Rochefoucauld
Wie bedaure ich den Künstler, der seine Kunst bloß um der Erfolge willen liebt. Je echter seine Begabung ist, desto gleichgültiger werden sie ihm sein. Freilich ringt er nach Verständnis, ringt danach, das Ideal zu offenbaren, das er in seiner Seele trägt, aber seinen Schmerz, wenn er vergeblich war, kann kein Tadel der Menge erhöhen, und ihr unverdienter Beifall beschwichtigt die innere Stimme nicht. Zu welchen Resultaten der Ehrgeiz auch führen mag, er ist ein kleines Gefühl und der Kunst unwürdig. Sie will um ihrer selbst willen geübt sein, wie das Gute.
Arthur Stahl
Der Mensch hat wenig vom Vater, wenn wirklich der Himmel sein Vater ist, desto mehr von der Mutter (Erde).
Johann Nepomuk Nestroy
Zuverlässigkeit ist eine schöne und so seltene Eigenschaft, weil nur das harmonische Zusammenwirken aller Kräfte sie dem Menschen aufprägt, weil sie ebenso wohl eine Eigenschaft des Herzens als des Kopfes ist, die sich nicht willkürlich aneignen läßt, sondern als das redende Zeugnis eigener Tüchtigkeit Macht über andere gewinnt.
Arthur Stahl
So vertraut darfst du dich mit keiner Geliebten glauben, daß du ihr deine geheimsten Regungen gestehen dürftest. Und wenn du es dennoch tust, so sei gewiß, daß sie sich rächen wird, entweder, indem sie dir ihre gleichfalls gesteht – oder indem sie sie verschweigt.
Arthur Schnitzler
Welch ein gefräßiges Tier ist doch die Eitelkeit! Sie nährt sich sowohl von Erfolg als von Mißerfolg, von Glück wie von Unglück, von Liebe wie von Haß, ja zur Not versteht sie es auch, von ihrem eigenen Fett zu leben und wird immer noch fetter dabei.
Arthur Schnitzler
Wenn du dich zur Versöhnlichkeit geneigt fühlst, so frage dich vor allem, was dich eigentlich so milde stimmte: schlechtes Gedächtnis, Bequemlichkeit oder Feigheit.
Arthur Schnitzler
Es gibt Menschen, die sorglos und unbekümmert durchs Leben gehen, niemand traut ihnen Großes zu, aber gebt ihnen das Schwert im rechten Augenblick in die Hand und es werden plötzlich Helden vor euch stehen.
Johann Georg Ludwig Hesekiel
Ich bestehe darauf, daß die Phantasie die höchste Geisteskraft des Menschen ist.
John Ruskin
Die Umstände haben weniger Gewalt, uns glücklich oder unglücklich zu machen, als man denkt; aber die Vorwegnahme zukünftiger Umstände in der Phantasie eine ungeheure.
Hugo von Hofmannsthal
Eine Grobheit besiegt jedes Argument und eklipsiert allen Geist.
Arthur Schopenhauer
Unsere ganze, meergroße Energie kann durch einen einzigen Tropfen Zweifel lahmgelegt werden.
Wilhelm Vogel
Rohe Kraft ausüben, Enge Grenzen zieh'n, Heißt: Die Freiheit trüben, Eig'ne Größe flieh'n.
Heinrich Martin
Um also nicht der Ruhe unseres Lebens durch ungewisse, oder unbestimmte Übel verlustig zu werden, müssen wir uns gewöhnen, jene anzusehen, als kämen sie nie; diese, als kämen sie gewiss nicht sobald.
Arthur Schopenhauer
Denn Strolche, die man nur gezüchtigt hat, die treibt's erneut zur Flucht und zur Missetat.
Titus Maccius Plautus
An einem Meeresufer spazieren wandeln und in einem Regentümpel daneben ersaufen; – das ist ein wahrhaft tragikomisches Schicksal.
Arthur Schnitzler
Dem Humoristen – und nur ihm unter allen Schriftstellern – ist Weitschweifigkeit erlaubt; ja, sie ist unter Umständen ein Kunstmittel mehr, dessen er nicht entraten darf und kann.
Arthur Schnitzler
Suche nicht vergebne Heilung! Unsrer Krankheit schweres Geheimnis Schwankt zwischen Übereilung Und zwischen Versäumnis.
Johann Wolfgang von Goethe
Anderen eine Grube zu graben, ist anstrengend, doch es zahlt sich fast immer aus.
David Herbert Lawrence
Dem Undankbaren dient kein rechter Mann!
Friedrich von Schiller
Klagen? Nein, tätig sein! Beklagen? Nein, hilfreich sein! Anklagen? Nein, bessern!
Arthur Schnitzler
Manche Literaten lieben es, sich in ihren Werken stilistisch, andere gesellschaftlich und manche gar ethisch aufzuspielen. Kein Wunder, daß sie sich von solchen Mühen in ihrem Privatleben umso gründlicher zu erholen pflegen.
Arthur Schnitzler
Mancher hält genug, verspricht aber zuviel.
Wilhelm Schlichting
Ohne den Begriff Gott könnten wir am Ende auskommen. Leider nicht ohne das Wort.
Arthur Schnitzler
Wenn Hochzeiter und Braut beisammen sind, hat der Teufel Fastnacht.
Deutsches Sprichwort
Die Grammatik kann nie eine Sprache, die Ästhetik nicht einmal ein Gedicht, die Politik aber nimmermehr einen Staat hervorbringen. Euer Vaterland werdet ihr euch nicht erklügeln.
Leopold von Ranke
Man muß die Menschen so belehren, wie wenn man sie nicht belehre, und unbekannte Dinge ihnen vortragen, als seien sie nur vergessen.
Alexander Pope
Wenn die Gesetze Vernunft sind, so sind sie den Redlichen verehrungswürdig wie die Wahrheit, wenn sie gleich zu Boden getreten werden.
Johann Heinrich Pestalozzi
Künstler wird man aus Verzweiflung.
Ernst Ludwig Kirchner
Das Besondere unterliegt ewig dem Allgemeinen; das Allgemeine hat ewig sich dem Besondern zu fügen.
Johann Wolfgang von Goethe
Trau niemals einem Menschen, der sich die Haare färbt. Er färbt auch seine Gefühle.
Otto von Leixner
Wenn das Alter stark und die Jugend klug wäre, das wäre viel Geldes wert.
Martin Luther
Da der Glaube ein und derselbe ist, hat keiner mehr, der viel über ihn sagen kann, und keiner weniger, der wenig über ihn sagen kann.
Irenäus von Lyon
Beim Umgang mit den Zollbeamten habe ich gelernt, daß es im Leben immer auf die richtige Bezeichnung ankommt.
Sir Ernst Alfred Thompson Wallis Budge
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