Gott ist der rechte Wundermann, Der bald erhöhn, bald stürzen kann.
Georg Neumark


Ein Narr, der seinen Feind veracht.
Georg Rollenhagen


Viel hilft eine kleine Gabe!
Georg Rollenhagen


Das Fehlschlagen einer schönen Hoffnung ist schwerer zu tragen als ein unerwartetes Leid.
Georg Moritz Ebers


Es wäre besser gewesen, es wie alle Welt zu machen, das Leben weder zu ernst noch allzu lächerlich zu nehmen.
Gustave Flaubert


Begriff: das Ganze der Bestimmungen.
Georg Wilhelm Friedrich Hegel


Kannst du Glück nicht fassen und erringen, so lern' entbehren es.
Franz Grillparzer


Der Mensch ist dies: den Widerspruch in sich zu haben und doch die Kraft über das Viele, sich Widersprechende zu sein.
Georg Wilhelm Friedrich Hegel


Was ist die Liebe? Ein Wort für tausend Zustände.
Paul Richard Luck


Namentlich geistig hervorragende Frauen finden ihre Wahlverwandten eher unter Männern. Und nicht allein intellektueller Momente wegen; sie haben in viel tieferen Dingen mehr Berührungspunkte mit ihnen als mit den Angehörigen ihres eigenen Geschlechts.
Rosa Mayreder


Zufriedenheit heißt die geheimnisvolle, gütige Fee, die das Unglück vor des Armen Schwelle bannt.
Wilhelm Vogel


Greif' an mit Gott! Dem Nächsten muß man helfen; es kann uns allen Gleiches ja begegnen.
Friedrich von Schiller


Für den Weltmenschen, der die Leute in seiner Umgebung für seine Zwecke ausnützt, ist die Menschenkenntnis eine lustige Wissenschaft; für einen, der selbstlos wirken will, eine vornehmlich traurige, falls er es nicht lernt, die Sache humoristisch aufzufassen.
Otto von Leixner


Wahl? Ist's Wahl wenn des Gestirnes Macht den Menschen ereilt in der verhängnisvollen Stunde?
Friedrich von Schiller


Löwen und Despoten sehen schärfer in der Dunkelheit als bei Tage.
Carl Ludwig Börne


Der Neid folgt immer dem Vergleichen mit sich selbst.
Sir Francis von Verulam Bacon


Von allem Wachsenden auf Erden wächst nichts so schnell als das Gerücht; und dennoch ist es ein armer Findling, der seine eigenen Eltern nicht kennt.
Georg Moritz Ebers


Hitze und Kälte, Kummer und Schmerz, Schrecken und Schwäche an Besitz und Körper - dies alles zusammen bürdet uns die erhabene Weisheit auf, damit ans Tageslicht kommt, aus welchem Stoff unser Innerstes gemacht ist.
Dschalal ad-Din Muhammad Rumi


Wer bei Tage träumt, ist in Gefahr, des Nachts schlaflos zu liegen und mit trübem Sinn, mit müdem Hirn und mit erschlaffenden Gliedern des Morgens von dem Lager aufzustehen. Der Tag ward uns gegeben, um zu wachen, um unsere Augen offen zu erhalten und zu streben, daß keine Stunde ungenützt verrinne. Vergangene Zeit gehört den Toten an, die Narrheit hoffet auf der Zukunft Heil; der Weise hält sich an die Gegenwart, die ewig junge, und nimmt diese wahr.
Georg Moritz Ebers


Liebe ist wie die spanischen Herbergen: Man bekommt, was man mitbringt.
Marie Catherine Sophie, Gräfin D'Agoult


Man hat viel mehr für den Gegner übrig, mit dessen Schaffen auch nicht ein Berührungspunkt vorliegt, als für den, der weder kämpft noch zustimmt und überhaupt keine Fahne trägt.
Georg Brandes


Weißt du, Valerio, daß selbst der Geringste unter den Menschen so groß ist, daß das Leben noch viel zu kurz ist, um ihn lieben zu können?
Georg Büchner


Je höher die Kultur, desto reicher die Sprache.
Anton Pawlowitsch Tschechow


Bürgertugend, die nicht von Privat- und häuslicher Tugend Ursprung und Weihe erhält, ist nichts als Theatertugend.
Julius Simon


Erde mag zurück in Erde stäuben, Fliegt der Geist doch aus dem morschen Haus! Seine Asche mag der Sturmwind treiben, Seine Liebe dauert ewig aus!
Friedrich von Schiller


Der Unverständige trägt das Herz im Munde; der Verständige trägt die Zunge im Herzen.
Ali ibn Abi Talib


Das Leben kann als eine Linie angesehen werden, die mit verschiednen Krümmungen über einer Graden (der Grenze des Lebens) hinläuft. Der plötzliche Tod ist ein perpendikulärer Lauf nach dieser Linie, Krankheit auf Parallelen mit derselben.
Georg Christoph Lichtenberg


Meine Humanität besteht nicht darin, mitzufühlen, wie der Mensch ist, sondern es auszuhalten, dass ich ihn mitfühle…
Friedrich Wilhelm Nietzsche


Die erste Satire wurde gewiß aus Rache gemacht. Sie zu Besserung seines Neben-Menschen gegen die Laster und nicht gegen den Lasterhaften zu gebrauchen, ist schon ein geleckter abgekühlter zahm gemachter Gedanke.
Georg Christoph Lichtenberg


Was die wahre Freiheit und den wahren Gebrauch derselben am deutlichsten charakterisiert, ist der Missbrauch derselben.
Georg Christoph Lichtenberg


Meine Mängel gehören mir. Das macht mir Mut, auch meine Vorzüge anzusprechen.
Karl Kraus


Es gibt unter uns viele verschiedene Religionen, und nicht hierin liegt das Übel, sondern darin, daß ein jeder seinen Glauben für den besten und richtigsten hält und die anderen schmäht, ohne gründlich über sie nachgedacht zu haben.
Nikolai Semjonowitsch Leskow


Die List gebraucht der Wackre Nur wenn off'ne Schlacht versagt ist.
Karl Leberecht Immermann


Die Gefühle, die du am tiefsten verborgen glaubst und zu denen die Gewalt sich keinen Weg bahnen kann, erschließt der Zufall ohne Mühe oder dessen häufigster Begleiter – die Achtlosigkeit.
Wilhelm Vogel


Wo nur diesen süßlichen Gemütern die Kraft herkommt, all ihre Gedanken des Neides, der Mißgunst, der Eitelkeit, Gedanken, von denen wir wissen, daß sie an ihnen Tag und Nacht zehren und sie förmlich aufreiben, unter diesem ewig gleichen und immer wohltuend scheinenden Lächeln zu verbergen.
Karl Ferdinand Gutzkow


Unsere Gelehrten unterscheiden sich kaum und jedenfalls nicht zu ihren Gunsten von den Ackerbauern, die einen kleinen ererbten Besitz mehren wollen, und emsig vom Tag bis in die Nacht hinein bemüht sind, den Acker zu bestellen, den Pflug zu führen und den Ochsen zuzurufen.
Friedrich Wilhelm Nietzsche


Die Habsucht hat die Menschen in einem solchen Grade befallen, daß der Reichtum mehr sie, als sie den Reichtum zu besitzen scheinen.
Gaius Caecilius Secundus Plinius der Jüngere


Aristokratismus im eigentlichen Sinne ist das Einzige und Rechte.
Johann Wolfgang von Goethe


Wissend, schauend, unverwandt Muß ich mein Geschick vollenden.
Friedrich von Schiller


Wahre Religion ist dasjenige vom Menschen aufgestellte Verhältnis zu dem ihm umgebenden unendlichen Leben, welches sein Leben mit diesem Unendlichen in Verbindung bringt und seine Taten leitet.
Leo Tolstoi