Zitate
Die Zeichen der Zeit sind deutlich genug, mit den Problemen des innersten Wesens des Menschen treten auch die der Religion immer mächtiger hervor, sie werden im kommenden Jahrhundert noch mehr die Gemüter erfüllen. Und in diesen Wandlungen wird sich – vielleicht durch schwere Katastrophen hindurch – erweisen, daß das Christentum nicht nur eine große Vergangenheit, sondern auch eine große Zukunft hat.
Rudolf Christoph Eucken
Das Leben eines deutschen Gelehrten im 17. Jahrhundert wäre ein interessanter Stoff für eine Darstellung. Es ist doch gut, daß jene Zeit, wo man sich durch den Hintern auszeichnen konnte, vorüber ist.
Friedrich Hebbel
Das erste Gesetz des guten Tones sei: Schone fremde Feiheit! Da zweite: Zeige selbst Freiheit.
Friedrich von Schiller
Mein ganzes inneres Wirken erwies sich als eine lebendige Heuristik, welche, eine unbekannte geahnte Regel anerkennend, solche in der Außenwelt zu finden und in die Außenwelt einzuführen trachtet.
Johann Wolfgang von Goethe
Es gibt, und das gehört zu den wunderbarsten Gesetzen und Geheimnissen der Welt, eine gewisse Höhe des Lebens, wo Selbstsucht und Liebe, Kampf und Frieden, Ernst und Freude zusammenfallen.
Friedrich Naumann
Das Glück wohnt droben in dem Schoß des ew'gen Vaters.
Friedrich von Schiller
In den Demokratien kann zwar das Volk tun, was es will; allein die politische Freiheit besteht nicht darin, tun zu können, was man will. In einem Staate, das heißt in einer Gesellschaft, wo es Gesetze gibt, kann die Freiheit nur darin bestehen, tun zu können, was man wollen darf, und nicht gezwungen zu werden, das zu tun, was man nicht wollen darf.
Charles de Secondat, Baron de la Brède et de Montesquieu
Wir bemerken viele Laster, um wenige Tugenden zuzugeben.
Luc de Clapiers, Marquis de Vauvenargues
In jedem Charakter ruht ein Verhängnis, in jedem Talent die Entwicklung seines eigenen Könnens. Ich kann nicht über mich. – Das ist die große Mechanik Gottes in der Menschenwelt.
Albert Emil Brachvogel
Ich lasse nicht locker.
Robert Koch
Christen streiten, als stritten sie nicht.
Richard Rothe
Ich glaube, daß die Politik entweder daran krankt, daß die Ideen aus kleinen Köpfen in kleinere Herzen, oder daß sie aus kleinen Herzen in kleinere Köpfe gelangen.
Karl Kraus
Natürlich willst du sein? Wähnst alles dann erzielt? Natürlich ist das Schwein, Das sich im Schlamme sielt.
Friedrich von Sallet
Keinen fruchtbareren Boden gibt's in der Welt als das menschliche Herz; wenn man den Samen des Argwons hineinstreut, das schlägt Wurzel und wachst und schießt!
Johann Nepomuk Nestroy
Anders, begreif ich wohl, als sonst in Menschenköpfen, malt sich in diesem Kopf die Welt.
Friedrich von Schiller
Aufrichtig ist die wahre Melpomene*, Sie kündigt nichts als eine Fabel an Und weiß durch tiefe Wahrheit zu entzücken; Die falsche stellt sich wahr, um zu berücken. (*eine der neun Musen)
Friedrich von Schiller
Der Täter ist gar oft um vieles besser als seine Tat.
Johann Baptist von Hirscher
Wenn ich ehedem in meinem Kopfe nach Gedanken oder Einfällen fischte, so fing ich immer etwas; jetzt kommen die Fische nicht mehr so. Sie fangen an sich auf dem Grunde zu versteinern, und ich muß sie heraushauen. Zuweilen bekomme ich sie auch nur stückweise heraus, wie die Versteinerungen vom Monte Bolca, und flicke daraus etwas zusammen.
Georg Christoph Lichtenberg
Bruder, ich habe die Menschen gesehen, ihre Bienensorgen und ihre Riesenprojekte – ihre Götterpläne und ihre Mäusegeschäfte, das wunderseltsame Wettrennen nach Glückseligkeit; – dieser dem Schwung des Rosses anvertraut – ein anderer der Nase seines Esels, ein dritter seinen eigenen Beinen; dieses bunte Lotto des Lebens, worin so mancher seine Unschuld und seinen Himmel setzt, einen Treffer zu haschen und – Nullen sind der Auszug – am Ende war kein Treffer darin. Es ist ein Schauspiel, das Tränen in deine Augen lockt, wenn es dein Zwerchfell zum Gelächter kitzelt.
Friedrich von Schiller
Heute lieb, morgen leid, das ist der Welt Unstetigkeit.
Alter Spruch
Bestimmung führt die Frau dem ersten zu. Zufall dem besten. Wahl dem ersten besten.
Karl Kraus
Der Teufel selbst hat's dir gesagt, Daß alles eine Mutter wagt.
Friedrich Müller
In der Ehe hatte sie eine Anwandlung vom Absterben des Wertgefühls.
Hugo von Hofmannsthal
Nur das erfreut, was sich als ew'ges Heut erneut.
Friedrich Rückert
Unbilde kommt gewiß nicht von Bild, sondern von derselben Wurzel mit beleidigen.
Friedrich Schleiermacher
Die Photographie ist eine wundervolle Entdeckung, eine Wissenschaft, die die bedeutendsten Köpfe angeregt hat, eine Kunst, die die scharfsinnigen Geister beflügelt – und die auch von einem Schwachsinnigen ausgeübt werden kann....Was nicht gelehrt werden kann, ist das Gespür dafür.
Nadar
Wo die Obrigkeit den Vertrag verletzt, da ist kein Staat mehr und ein Ausbruch roher Gewalt.
Friedrich Schleiermacher
Der sicherste, oft der einzige Weg, einen Menschen besser zu machen, ist der, ihn für besser zu sehen.
Friedrich Spielhagen
Ist sie auch geistreich? fragt ihr jetzt zumeist. Was wollt ihr denn? Herz heißt des Weibes Geist; wird sie unendlich lieben können, dürft ihr getrost sie geistreich nennen.
Friedrich Theodor von Vischer
Die Aufgabe, die uns allen gemeinsam ist, heißt nicht, sich ausdenken, was schön wäre, wenn es überhaupt sein könnte, sondern zunächst zu erkennen, was sein kann, und dann zu überlegen, wie wir es so schön als möglich gestalten können. Das sind freilich zwei ganz verschiedene Dinge.
Robert Browning
Je mehr die Kultur der Länder zunimmt, desto enger wird die Wüste, desto seltner ihre wilden Bewohner.
Johann Gottfried von Herder
Von allen Vergnügungen ist die Jagd dasjenige, was den Fürsten am wenigsten zukommt.
Friedrich II., der Große
Wer sich gegen Angriffe rechtfertigt, welche die Verleumdung auf seine Ehre macht, der befindet sich in der traurigen Notwendigkeit, sein eigener Lobredner zu sein.
Friedrich II., der Große
Nichts macht einen Menschen ungeeigneter, mit Vernunft zu handeln, als ein Unglück, das von Scham und Schuld begleitet ist.
Jonathan Swift
Ich sehe, wie, kaum aufgegangen, schon unser Heut' ein Gestern ist.
Friedrich Karl Kasimir Freiherr von Creuz
Nichts ist schwieriger, als einen glücklichen Menschen zu lenken. Doch ist es äußerst leicht, einem Menschen zu gebieten, der im Unglück ist.
Plutarch von Chäronea
Genüge dir und bettle nicht Um Gunst und eitles Brot, Und tauche nicht dein Angesicht Vor Großen in den Kot!
Friedrich Ludewig Bouterwek
In der ganzen Lebensgeschichte eines Volkes ist sein heiligster Augenblick, wo es aus seiner Ohnmacht erwacht… Ein Volk, das mit Lust und Liebe die Ewigkeit seines Volkstums auffaßt, kann zu allen Zeiten sein Wiedergeburtsfest und seine Auferstehung feiern.
Friedrich Ludwig Jahn
Schon mancher ist aus Wut darüber, daß er nicht Künstler werden konnte, Kritiker geworden.
Otto Weiss (auch: Weiß)
Sinnen wird er auf Flucht, und reich ist sein Geist an Erfindung.
Homer
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