Voll Dornen ist des Lebens Pfad, Wer könnt' es anders sagen, Nur läßt zum Glück sie Gottes Rat Mitunter Rosen tragen!
Friedrich Halm


Wer sich fürchtet vor der Nachrede, er sei ein Pantoffelheld, hat Furcht, als ein Lebender zu erscheinen.
Hermann Oeser


Ein Witz wandelt oft Frohsinn in Ärger, Humor Ärger in Frohsinn.
Peter Sirius


Wo das Recht ist, da wohnen von selber schon Freie, und immer wo Freie sind, waltet das Recht! Die Freiheit, das Recht!
Ferdinand Freiligrath


Auf Manchen Freilich tut es dir not, zu schaffen, ich glaub' es, doch, leider! Tut es der Welt nicht not, daß sie besitzt, was du schaffst.
Friedrich Hebbel


Körper und Stimme leiht die Schrift dem stummen Gedanken, Durch der Jahrhunderte Strom trägt ihn das redende Blatt. Da zerrinnt vor dem wundernden Blick der Nebel des Wahnes, Und die Gebilde der Nacht weichen dem tagenden Licht.
Friedrich von Schiller


Nichts einigt mehr als Unglück oder Leid.
Jeremias Gotthelf


Mangel ist ein hartes Los!
Euripides


Kein Volk noch beglückten Blut und Plünderung! Der Fluch fällt entsetzlich auf den mächtigen, lorbeergeschmückten Sieger von dem Besiegten zurück!
Alessandro Graf Manzoni


Wessen Kleidung nicht in Ordnung ist, dessen Charakter ist es auch nicht.
Hermann Heiberg


Oh, so wohltuend und still! Welche Erholung für die Gedanken! Frei von dem betäubenden Lärm der Menschen.
Fridtjof Nansen


Phantasie und Besonnenheit machen den Künstler.
Friedrich Brandes


Menschen, deren Einbildungskraft leer ist, verstehen sich ebenso schlecht darauf, von anderen Belehrungen anzunehmen, als selbst Gedanken zu erzeugen.
Friedrich Ehrenberg


Geist nennen wir die Summe all jener in uns lebenden höheren Kräfte, durch welche wir uns und anderen bewußt werden.
Heinrich Weiß (auch Weiss)


Schwache und begrenzte Menschen sind ganz notwendig oft undankbar.
Rahel Varnhagen von Ense


Nichts hat der Mensch in sich so sehr zu bezähmen als seine Einbildungskraft, die beweglichste und zugleich gefährlichste aller menschlichen Gemütsgaben.
Friedrich Ehrenberg


Nimmt unser Leib erst ab, nimmt der Verstand recht zu: Die Seele, scheint es, hat mehr vor dem Leibe Ruh.
Friedrich Freiherr von Logau


Es lebt kein Mensch, der herzlos wäre, Nur schlägt's dem dort und jenem hier; Für Vorteil diesem, dem für Ehre Und dem für Wurst und bayrisch Bier!
Friedrich Halm


Wer nicht die Schönheit tapfer kann beschützen, Verdient nicht ihren goldnen Preis.
Friedrich von Schiller


Die Schönheit ist das Werk der freien Betrachtung und wir treten mit ihr in die Welt der Ideen – aber, was wohl zu bemerken ist, ohne darum die sinnliche Welt zu verlassen, wie es bei der Erkenntnis der Wahrheit geschieht. Sie ist also zwar Form, weil wir sie betrachten; zugleich aber ist sie Leben, weil wir sie fühlen. Mit einem Wort: sie ist zugleich unser Zustand und unsere Tat.
Friedrich von Schiller


Wir müssen den Irrtum – und oft den Unsinn – zuvor erschöpfen, ehe wir uns zu dem schönen Ziel der ruhigen Weisheit hinaufarbeiten.
Friedrich von Schiller


Das Wesen aller Tyrannei in Staat und Kirche ist: Offener Hochmut und geheime Furcht in unlösbarer Verbindung. Das Wesen aller Freiheit ist ideale Kraft des Geistes, der gewaltsame Verfolgungen des Gegners verschmäht.
Franz von Holtzendorff


Im Lachen verrät sich oft mehr Gemüt als im Weinen.
Peter Sirius


Sogar sagt das Gesicht eines Menschen, in der Regel, mehr und Interessanteres, als sein Mund: denn es ist das Kompendium alles dessen, was dieser je sagen wird; indem es das Monogramm alles Denkens und Trachtens dieses Menschen ist. Auch spricht der Mund nur Gedanken eines Menschen, das Gesicht einen Gedanken der Natur aus. Daher ist jeder wert, daß man ihn aufmerksam betrachte; wenn auch nicht jeder, daß man mit ihm rede.
Arthur Schopenhauer


Laß nur die Sorge sein, Das gibt sich alles schon; Und fällt der Himmel ein, Kommt doch eine Lerche davon.
Johann Wolfgang von Goethe


Frömmigkeit heißt zuversichtlicher Glaube an die Macht der Wahrheit und die Beseligung des Menschen durch tätige Nächstenliebe.
Franz von Holtzendorff


Wer auf meine Liebe nicht sündigt, glaubt nicht an sie.
Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach


Wer Feinde nicht ertragen kann, ist keines Freundes wert.
Leopold Schefer


Es kommt nicht darauf an, wie sich einer in der Öffentlichkeit benimmt, die von allen eingesehen werden kann, sondern wie er sich führt im Verborgenen, vor seinem Herzen und Gewissen.
Freiherr Ferdinand Hoffmann


Vertraulichkeit, der Zucker reiner Herzen.
Christian Hofmann von Hofmannswaldau


Nur eine Schmach weiß ich auf diese Erde, und die die heißt: Unrecht tun.
Franz Grillparzer


Der Mensch bleibt für die Wahrheit kalt. Für die Lüge gerät er in Feuer.
Jean de La Fontaine


O schilt das goldne Jugendalter nicht, Der Kopf ist rasch, allein das Herz ist gut!
Franz Grillparzer


Die Wege des Herrn sind nie anders als wunderbar. Wer seine Hand sehen will, muß sich ihr ganz vertrauen.
Carl Hilty


Verkehrte Welt Die Literaturhistoriker Sind gegen mich gar strenge Richter, Als wäre ich ein Literaturhistoriker Und sie wären Dichter.
Franz Grillparzer


Die Wahrheit ist in ihren Erscheinungsformen tausendfach, in sich ewig und einzig.
Julie Burow


Des Weibes Liebe hat ein Falkenauge.
Christoph Martin Wieland


Es gibt auch seelisch Farbenblinde, denen just für Hoffnungsgrün und Freudenrot das Auge fehlt.
Franz Schönthan, Edler von Pernwald


Aus des Menschen tiefem, tiefem Grunde klingen Abendglocken dumpf und matt.
Wilhelm Müller


Na, hör mal, ein Steinklopfer muß Steine klopfen, aber ich darf komponieren!
Franz Schubert