Zitate
Zwei Dinge verhindern den Menschen an der Erkenntnis dessen, was zu tun ist: erstens die Scham, die den Geist verblendet, und dann die Furcht, welche durch deutliches Vorhalten der Gefahr die Untätigkeit wünschenswerter erscheinen lassen.
Erasmus von Rotterdam
Die Götter wohnen überall! Sie anzuflehn steht schwachen Menschen schön.
Friedrich von Schiller
Die stolzen Leute sollten bedenken, daß sie auch einmal nicht mehr waren als unsereins. Aber wenn s' das bedächten, so wären s' keine stolzen Leut'.
Johann Nepomuk Nestroy
Was Jesus gegründet hat, was ewig von ihm bleiben wird, das ist die Lehre von der Freiheit der Seelen.
Ernest Renan
Das ist des Mannes Ehre, Daß er fest im Wechsel bleibt, Und die Wog' im Lebensmeere Nicht von seiner Bahn ihn treibt.
Ernst Benjamin Salomo Raupach
Je unruhiger die Welt wird, um so wichtiger ist es für die lebende Generation, nicht einseitig in den Interessen des Tages aufzugehen, sondern das Gedächtnis der Vorzeit zu pflegen und in ernster Betrachtung ihrer Denkmäler ein heilsames Gegengewicht gegen die ruhelosen Schwankungen der Gegenwart zu finden.
Ernst Curtius
Wenn man Brot und Wasser hat, dann darf man sogar mit Zeus an Glückseligkeit wetteifern.
Epikur von Samos
So geht's mit all unseren Erwartungen und Hoffnungen im Leben. Wir machen uns gern große Vorstellungen von dem, was wir wünschen; und wenn wir's dann erreichen, befriedigt es uns selten.
Karl von Holtei
Verkannte, klaget nicht, wenn hier die Bosheit siegt, Erwartet, Edle, nie Gerechtigkeit im Leben! Das Beste, was im Menschen liegt, Wird man am schwersten ihm vergeben.
Johann Gaudenz Freiherr von Salis-Seewis
Die Natur heilt, wo sie verwundet. Aber wo der Mensch sich selbst zu nahe tritt, – soll sie da, wie die Mutter des verwöhnten Kindes, ihn noch stolz durch ihre Teilnahme machen?
Ernst Freiherr von Feuchtersleben
Die Seele selbst ist ihr eigener Richter und Hort. Kränke nicht deine erkenntnisfähige Seele – deinen höchsten inneren Richter.
Manu-Gesetzbuch
Da die Selbsterhaltung nur Pflicht ist als Mittel für sittliche Leistungen, so findet sich ihre Grenze an der Pflicht der eigenen Aufopferung im Dienste höherer sittlicher Zwecke.
Otto Pfleiderer
Es gibt Menschen, die die Neigung haben, ihr Leben nach bestimmten Prinzipien zu gestalten,- und andere, die Prinzipien je nach Zufälligkeiten ihres persönlichen Schicksals aufzustellen lieben. In beiden Fällen handelt es sich nur um das Bestreben, sich das Leben möglichst bequem zu machen, während es doch darauf ankommt, jedem Erlebnis vorurteilsfrei und voraussetzungslos gegenüberzutreten, wäre es selbst auf die Gefahr, sich aufs neue zu irren.
Arthur Schnitzler
Man muß wissen, daß es für den Menschen nicht leicht ist, sich einen Grundsatz zu eigen zu machen, wenn er nicht Tag für Tag dasselbe spricht hört und zugleich dementsprechend handelt.
Epiktet
Man muß begreifen lernen, wie hohe Gesinnung sein kann bei gemeiner Arbeit, und wie unrecht jeder tut, der von der äußern Beschäftigung auf den innern Wert des Menschen schließt.
Jeremias Gotthelf
Die Geistesrichtung der Frauen drückt sich darin aus, daß sie bei talentvollen Männern nur ihre Fehler, bei Dummköpfen nur ihre Vorzüge beachten.
Honoré de Balzac
Wie ein Ziel aufgestellt wird, nicht um es zu verfehlen, so ist auch das Unglück in der Welt nicht vorhanden, um ihm auszuweichen.
Epiktet
Frei ist nur der Mensch, der innerlich frei ist, und nur das tut, was die Vernunft wählt.
Epikur von Samos
Dagegen ist ein Zeichen wahrer Klugheit, wenn man sich, da man von Natur nur Mensch ist, nicht über den menschlichen Standpunkt erhebt und wie die gesamte Mitwelt freiwillig die Augen schließt, um sich einer wohlgefälligen Täuschung hinzugeben. Aber eben dies, werden die Weisen sagen, ist ja Torheit. Ich gebe es zu; sie mögen mir jedoch auch ihrerseits einräumen, daß gerade das seine Rolle in der Weltkomödie spielen heißt.
Erasmus von Rotterdam
Was wäre denn sonst der Mühe wert, es zu begreifen, wenn Gott unbegreiflich wäre?
Georg Wilhelm Friedrich Hegel
Hört' mich, Gott, in meiner höchsten Not! – Hinauf zu dir in heißem Flehenswunsch, In deine Himmel send' ich meine Seele!
Friedrich von Schiller
Von Mensch zu Mensch gibt es keinen andern Besitz als die Liebe.
Berthold Auerbach
Mir ist es so einleuchtend und klar, daß nichts unnatürlicher für eine Frau sei als Prüderie (ein Laster, an das ich nie ohne eine gewisse innerliche Wut denken kann) und nichts beschwerlicher als Unnatürlichkeit.
Friedrich von Schlegel
Siehe, ob Du den Verstand Mit dem Geiste kannst vereinen, Bring' das Herz mit in Verband, Wirst harmonisch dann erscheinen.
Heinrich Martin
Schiebe alles Übrige beiseite, halte nur an jenem Wenigem fest. Bedenke unter anderem, daß wir nur die gegenwärtige Zeit leben, die ein unmerklicher Augenblick ist; die übrige Zeit ist entweder schon verlebt oder ist ungewiss. Unser Leben ist also etwas Unbedeutendes, unbedeutend auch der Erdenwinkel, wo wir leben, unbedeutend endlich der Nachruhm.
Marc Aurel
Freude macht uns Unsterblichen gleich. Das Siegel der Menschheit drückt uns der Schmerz auf die Stirn, wenn er uns beugt und erhebt.
Emanuel Geibel
Der Staat ist eine Anstalt zum Schutz, nicht zur Versorgung. Helfen sollen die einzelnen. Was der Staat den Verhungernden gibt, muß er den Hungernden nehmen
Franz Grillparzer
Das Recht ist, wo das meiste Geld ist. Ibi fas ubi proxima merces.
Marcus Annaeus Lukan
Und Ich und Du, und Du und Ich: Das haßt, verfolgt und peinigt sich – Und leider wird dann unterdessen Gar oft so ganz das Wir vergessen.
Otto von Leixner
Nicht die Liebe allein macht blind, jede lebhaft erregte Leidenschaft legt dieselbe undurchdringliche Binde um unsere Augen, und da der Ruhige natürlich leicht die Fehler des auf diese Weise Geblendeten einsieht, entsteht vielleicht daraus hauptsächlich die seltsame Einbildung, an der wir alle mehr oder minder leiden, daß wir nämlich klüger und besser seien, als die Menschheit im allgemeinen.
Emmy von Rothenfels
Getrost. Und bist du noch so krank und schwach, Und tiefgebrochen tausendfach, Daß du die Augen niederschlägst Und keinen Weltstrahl mehr verträgst, Sei furchtlos! Frieden kommt ins Haus, Das Sterben hält ein jeder aus.
Emil Claar
Nicht, was uns unser Wähnen, Wollen, Wünschen als möglich, ja notwendig erscheinen läßt; nicht, was wir glauben, tun zu sollen oder zu können, selbst nicht, was wir zu tun beschlossen haben, macht uns zu dem, was wir sind, sondern was wir in dem gegebenen Augenblick wirklich tun.
Friedrich Spielhagen
Ist man noch im Werden, so halte man sich zu den Ausgezeichneten, aber als gemachter Mann zu den Mittelmäßigen.
Baltasar Gracián y Morales
Der große Künstler – das ist der Mann, welcher eine große Seele hat und das künstlerische Können besitzt, welches die mitzuteilenden Inhalte dieser Seele angemessen ausdrückt – verlangt von den Menschen, daß sie die Gemeinheit ihres täglichen Lebens vergessen sollen, um sich bedeutend über sich zu erhöhen.
Paul Ernst
Menschen, die Gedanken haben, Können schweigen – schweigen – schweigen – Und sich stumm und tief vergraben In den Schatz, der ihnen eigen.
Emil Claar
Vergangenheit! Ein Traum, ein Nichts – und doch das einzige Erdengut, das immer reicher wird, je mehr man davon zehrt, das über Gegenwart und Zukunft verklärende Lichter ausgießt und in den dunklen Tag herüberleuchtet als schattenloses Eden. Ein großer Dichter nannte Erinnerung das Paradies, aus dem keiner vertrieben werden könnte, hier aber irrte der Prophet. Tausende wandeln auf Erden, denen Vergangenheit jenes verschleierte Bild ist, das zu schauen den Tod gibt.
Amélie Godin
Prächtige Sammlungen hat der Mäcen, Erlesene Bücher sind sein Entzücken, Obwohl sie ihm niemals ins Antlitz sehn, Und stets ihm nur drehn die vergoldeten Rücken.
Emil Claar
Der gemeine Mann nennt sein Weib, sobald sie ihm mehr als ein Kind geschenkt hat, Mutter. Dieser Titel gilt ihm mehr als Weib; und in der Tat, er gilt mehr!
Theodor Gottlieb von Hippel der Ältere
Späte Ehrung Man schmückt das Alter mit allen Ehren, Wenn längst der Ehrgeiz hinweg sich stahl, Man tischt ihm auf ein herrliches Mahl, Doch fehlt die Eßlust, es zu verzehren!
Emil Claar
Schriften sind die Gedanken des Staats, die Archive sein Gedächtnis.
Novalis
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