Rein wie das Gold, stark wie ein Felsenstein, ganz lauter wie Kristall soll dein Gemüte sein.
Angelus Silesius


Freiheit kann man einem zwar lassen, aber nicht geben.
Friedrich von Schiller


Der Meister Jeden anderen Meister erkennt man an dem, was er ausspricht; Was er weise verschweigt, zeigt mir den Meister des Styls.
Friedrich von Schiller


Müßiggang Arbeiten soll er? daß Gott erbarme! Da schob die Natur schon vor den Riegel, Denn wo die andern ihre Arme, Da hat er eben seine Flügel.
Franz Grillparzer


Mit Schweigen ist im Unglück nichts getan.
Euripides


Die Geschichte ist ihrer Natur nach universell.
Leopold von Ranke


Mein ganzes Leben, meine Kraft habe ich dem Herrlichsten auf der Welt - dem Kampf für die Befreiung der Menschheit - geweiht.
Nikolai Alexejewitsch Ostrowski


Was man heute Sozialismus nennt, das ist ... der begrifflich gefaßte Trieb der Masse auf Wohlergehen des Einzelnen.
Paul Ernst


Es ist die Sache des freien Mannes, seiner selbst wegen und nicht in Hinsicht auf andre zu leben. Deshalb hielten die Griechen das Handwerk für unanständig.
Friedrich Wilhelm Nietzsche


Man geht (in der Kunst) immer zu früh an die Einzelheiten. Vor allen Dingen muß man sich um das Ganze kümmern. Das Ganze! Außer dem Ganzen gibt es keinen Erfolg.
Nicolas Toussaint Charlet


Man wird es bald müde, nichts mehr zu glauben.
Christoph Martin Wieland


Der Begriff vom Dasein und der Vollkommenheit ist ein und ebenderselbe.
Johann Wolfgang von Goethe


Sehr scharf wird da und dort das Strebertum verurteilt – zumal von Strebern.
Otto Weiss (auch: Weiß)


Der Schmerz ist als Antrieb zum Handeln ebenso wirksam und wertvoll wie die Freude, denn wir betätigen unsere Kräfte ebenso gern zur Vermeidung des ersteren wie zur Erreichung der letzteren.
John Locke


Man täuscht sich sehr, wenn man glaubt, daß nur stürmische Leidenschaften, wie Liebe und Eifersucht, die übrigen besiegen könnten. Die Trägheit, so schlaff sie auch ist, wird ihrer doch oft Meisterin; sie schleicht sich bei allen Entwürfen ein und vernichtet unmerklich Leidenschaften wie Tugenden.
François VI. Duc de La Rochefoucauld


Wer sein Recht nicht nutzt, verliert es.
Deutsches Sprichwort


Armut ist kein Fehler, aber sie erzeugt gern welche.
Franz Grillparzer


Das Wesen der Anschauung besteht nur in der unmittelbaren Klarheit der Vorstellung.
Franz Grillparzer


Der Geist der Poesie ist zusammengesetzt aus dem Tiefsinn des Philosophen und der Freude des Kindes an bunten Bildern.
Franz Grillparzer


Der Mensch ist gut, ich weiß es; denn sie lebet. Ihr Herz ist Bürge mir für eine Welt!
Franz Grillparzer


Wenn Heiraten Frieden stiften können, so sollte man den Großen die Vielweiberei erlauben.
Georg Christoph Lichtenberg


Wer sich der Abhängigkeit nicht mit Freuden unterwirft und nicht mit Gelehrigkeit gehorcht, stört die Ordnung und die Regelmäßigkeit einer jeden Gemeinschaft, wie eifrig dieselbe sein möge.
François Fénelon


Die Äußerungen der Großmut sind heutzutage mehr ein Werk der Lektüre oder vielmehr so: man ist mehr großmütig, um Lektüre zu zeigen, als Güte des Herzens. Leute die es von Natur sind, merken selten, daß es etwas ist, großmütig zu sein.
François VI. Duc de La Rochefoucauld


Das füllt mit Jubel, füllt mit Klage Die Blätter der Geschichte Jahr um Jahr: Die Menschheit schreitet fort mit jedem Tage, Der Mensch bleibt ewig, der er war.
Emanuel Geibel


Schon das Kind sehnet sich über die Hügel, über die Seen hinaus, welche seine enge Heimat umschließen; aber es lehnet sich dann wieder pflanzenartig zurück. Denn es ist das Rührende und Schöne im Menschen, daß Sehnsucht nach Erwünschtem und Verlorenem ihn davor bewahrt, ausschließlich an dem Augenblicke zu haften.
Wilhelm Freiherr von Humboldt


Ich habe es oft erlebt, daß einer, der meine Meinung teilte, die größere Hälfte für sich behielt, daß ich jetzt gewitzt bin und den Leuten nur noch Gedanken anbiete.
Karl Kraus


Warum hat ein großer Geist zu allem Zeit? Weil er sich nicht mit Kleinigkeiten abgibt.
Maximilian I.


Jedes Gefühl hat seinen eigenen Ton in der Stimme, seine Gebärden, seinen Gesichtsausdruck, welche ihm eigen sind; und diese Beziehung, gut oder schlecht, angenehm oder unangenehm, ist es, was macht, daß die Leute gefallen oder mißfallen.
François VI. Duc de La Rochefoucauld


Wer schweigt – redet drinnen; wer redet – schweigt drinnen.
Reinhard Goering


Manieren machen den Menschen.
Theodor Hieck


Es gibt Stunden, wo der Mensch sich seines Willens beraubt fühlt, wo er maschinenmäßig tut, was er nicht zu tun wünscht. Es ist, als ob die Seele sich aus dem Körper entfernt hätte und nun, über ihm schwebend, verwundert zusieht, was er alles beginnt. Der körperliche Mensch ist dann wie ein wildfremdes Wesen, und es ist der Seele wie ein Traum, daß sie dieses automatenhafte Wesen einmal beherrscht hat.
Ida Boy-Ed


Was ist des Lebens höchste Lust? Die Liebe und der Wein.
Joachim Perinet


Wenn du einem Menschen Übles zugefügt hast, so sollst du doppelt gütig sein zu ihm: einmal um gutzumachen, was du ihm Übles getan; zum andern um deinen Dank abzutragen dafür, daß du an dem Leid, das du ihm zugefügt, dich selber kennenlernst. – So kannst du das Üble, das du getan, in ein Heil wandeln für dich selber und für den, der es erdulden mußte.
Fernöstliche Weisheit


Eine alte Weltdame verehrt eigentlich den jüngsten Menschen mehr, wie den grauesten Greis.
Jean Paul


"Kurzgefaßte Geschichte vieler Ehen: ""Einige Jahre ging alles gut."""
Otto Weiss (auch: Weiß)


Wir Menschen sind so beschaffen, daß wir uns mehr der Beleidigungen erinnern, die uns zugefügt wurden, als der guten Taten, die wird empfangen haben.
Fernöstliche Weisheit


Dulde, mühe dich, bete und hoffe, das sind die Weisheitsregeln, die ich der ganzen Menschheit mit einem Male einprägen möchte.
Fjodor Michailowitsch Dostojewski


So nahe ist man gelegentlich daran, etwas Vernünftiges zu tun! Aber … man überlegt reiflich … und unterläßt es.
Otto Weiss (auch: Weiß)


Genuß der Ehre hindert den der Natur.
Jean Paul


Die Sittlichkeit nimmt ab, und die Sittenlehrer fangen an zu predigen.
Francesco De Sanctis